EHZZ                          Informationen zur Musikgeschichte, Kapitel Instrumental-, Filmmusik, Jazz, Experimentalmusik
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Was es noch gibt

Gleich vorweg, von der Produktionsgemeinschaft EMP / EHZZ gibt es heute in dieser Form, wie es früher war, nichts mehr. Das Bonner Studio ist längst Geschichte und, soweit bekannt, schon vor etwa zwei Jahrzehnten einem größeren Wohnungsbauprojekt gewichen, alle Gebäude sind also längst abgerissen. Das Eifeler Nachfolgestudio "Musikbahnhof" bzw. "Tonstudio Der Bahnhof" gibt es seit 2004 auch nicht mehr, einige Anmerkungen dazu gibt es bereits an anderer Stelle. Was geblieben ist, sind vor allem Erinnerungen bei einigen beteiligten Leuten an eine (meist) schöne, aber nicht immer einfache Zeit und ihre Ereignisse. Dann werden mit viel Glück irgendwo quer in Deutschland, Europa, vielleicht sogar der ganzen Welt, vereinzelt noch ein paar alte EHZZ - Cassetten "herumfliegen", die wahrscheinlich bald niemand mehr abspielen kann, weil keiner mehr ein Cassettengerät besitzt. Hinzu kommen möglicherweise noch mal geschätzt die dreifache Anzahl an Kopien davon. Das alte Equipment ist, bis auf ein paar Ausnahmen, größtenteils sicherlich auch schon längst Geschichte und von Elektronikschrottsammlern in seine Bestandteile zerlegt worden oder gar einfach verschrottet worden. Vielleicht sind in unseren Autos oder Waschmaschinen einige Moleküle davon sogar enthalten, wer weiss. Zu den meisten Leuten von damals gibt es auch keinen Kontakt mehr, man weiss nicht, wo sie heute leben und was aus ihnen geworden ist. Aber es ist doch noch nicht alles verloren und von der Geschichte restlos bis zur Unkenntlichkeit weggewischt worden:

Im Gegensatz zu den anfänglichen Befürchtungen, dass in den zurückliegenden 30 Jahren so ziemlich alles an Aufnahmenmaterial verloren gegangen sei, sind doch noch viele der Musiktitel, die EHZZ jemals produziert hat, bis heute erhalten. Auch von den EMP - "Textproduktionen" (Hörspiele u.ä.) wurden erst kürzlich einige Sachen wieder entdeckt, das sei aber nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt, da es hier vornehmlich um die Musik geht. Es liegen uns zum aktuellen Zeitpunkt allerdings nicht mehr alle Titel vor, siehe auch unter MP 3 - Hörproben. Die Stücke, die noch vorliegen, sind größtenteils leider nur noch auf Cassette verfügbar, was die Qualität natürlich stark einschränkt, zumal es sich hierbei teils nur um normale Ferro-Cassetten handelt, deren Aufzeichnungsqualität besonders im Hochtonbereich zu wünschen übrig lässt, auch ist das Eigenrauschen dieser Cassetten oft recht heftig. Durch den Alterungsprozess gehen bei dieser Sorte von Cassetten zusätzlich besonders höhere Frequenzen verloren. Man kann versuchen, in späteren Nachbearbeitungen durch die Kompression bestimmter Frequenzbereiche ein wenig von dem Verlust auszugleichen, aber die ursprüngliche Qualität wird man nie wieder erreichen. Nach weiteren Funden in alten Kramkisten und Lagerschränken kann man aktuell sagen, dass von etwa 250 Stücken noch Studiobänder existieren. Diese haben zwar eindeutig die klanglichen Vorteile, dass sie aufgrund ihrer breiteren Tonspuren, der höheren Bandgeschwindigkeit und der besseren Bandqualität geringere Verluste erlitten haben, dafür aber meist den Nachteil, dass leider nicht die Bänder der eigentlichen "Endversion", also nicht die Masterbänder, aufgefunden wurden, sondern Aufnahmen die quasi Probenmittschnitte, Entwurfs- oder Testversionen darstellen. Das aufgefundene Material ist aber noch nicht komplett überprüft worden, vielleicht tun sich da ja noch verborgene Schätze auf. Man sollte sich aber nicht der Illusion hingeben, dass einmal restlos alle Titel wieder greifbar sein werden, danach sieht es heute jedenfalls nicht aus. Für die Verbreitung von EHZZ - Titeln würden heute, dank Internet, MP 3 und preisgünstig produzierbaren CD's geradezu paradiesische Zustände herrschen, alles dies gab es damals natürlich nicht, wodurch man heute mit dem leben muss, was noch greifbar ist.

Nachtrag aus 01 / 2015:
Bei einer Auf- und Umräumaktion wurde kürzlich in einem alten Magazinschrank weiteres Band- und Cassettenmaterial aus dem EHZZ - Zeitraum 1976 bis 1985 entdeckt. Auf Grund mangelnder Beschriftung und nicht mehr vorhandenen Begleitdisplays / Inhaltslisten ist noch unklar, welche Schätze da möglicherweise noch schlummern. Diese Sachen werden in den nächsten Monaten durchgehört, soweit es die Zeit erlaubt, und man kann davon ausgehen, dass zumindest einige weitere längst verschollen geglaubten Titel in einer Probe- / Übungsversion oder vielleicht sogar in der Endversion auftauchen. Die Frage ist noch, in welchem Zustand sich diese Aufnahmen befinden und ob sie sich überhaupt für eine Veröffentlichung hier eignen. Bei der aufgefundenen Menge kann man aber davon ausgehen, dass sicherlich noch etliche verwertbare Versionen und Fragmente darunter sind.

MitternachtsgeigerCover On The Sunny Side....
Coverbild des damaligen Albums "Der Mitternachtsgeiger" von 1984. Hier handelt es sich vorwiegend um jazzige Filmmusik im Easy - Listening Stil.Cover des "kleinen" Jazz -Samplers "On The Sunny Side Of The Street" von 1979. Auf der B - Seite das Experimentaljazzstück Nylonturkey von 1978. Neben den beiden Stücken gab es noch kurze Hörproben anderer Stücke.

Von der technischen Einrichtung des damaligen EMP - Studios sind heute noch einige kleinere Teile, wie ein paar Instrumente aus dieser Zeit, einige wenige technische Studiogeräte erhalten geblieben. Wie leider so oft ist jedoch die Mehrzahl der schon teils nostalgischen Geräte nicht mehr vorhanden. So befand sich der größte Teil der damaligen, alten Studiotechnik in Bonn im Privateigentum von Herrn Schneider oder der Werbefirma von Frau Neumerkel, die eigentlich den Laden inhaberisch betrieb. Jackomo Schneider hat seinerzeit, nach der Aufgabe des Studios, etliche Teile an Bastler verkauft, manches wurde leider auch verschrottet, so z.B. alle großen Gestellrahmen, in die die Einschübe der Studiotechnik (zu einem großen Teil noch in Röhrentechnik) eingebaut wurden, aber auch Bandmaschinen und Mischpulte. Einige Einschübe und vorwiegend kleinere Teile haben überlebt. Doch zu diesen technischen Dingen finden Sie im Laufe der Zeit auf der Oberseite TECHNIK noch nähere Angaben.


EHZZ als Coverband?


Ja und nein! Offiziell hat EHZZ nicht als Coverband von Rock- und Jazzgrößen gearbeitet, zumal der Sinn einer Coverband aus heutiger Sicht in erster Linie in Bühnenauftritten liegt, bei denen die gecoverten Vorbilder möglichst "naturgetreu" nachempfunden werden. Alleine diese Vorstellung wäre den EHZZern schon völlig zuwider gewesen, weil diese Art und Weise zu wenig Spielraum für eigene Kreativität lässt. Zum Brötchenerwerb, bzw. zum Finanzieren der eigenen Produktionskosten, hat EHZZ aber gelegentlich als reine Studio-Coverband, zB. für preiswerte Hit-Sampler, die seinerzeit im Plattenhandel sehr beliebt waren, die Titel 
bekannter Bands als Instrumentaltitel eingespielt. Bei diesen Hit-Samplern waren dann oft die wahren Interpreten gar nicht oder mit allgemeingültigen Umschreibungstiteln, etwa wie "Die Studioband" o.ä. angegeben. Wie hoch die Zahl solcher EHZZ - Produktionen war, lässt sich heute nicht mehr wirklich nachvollziehen, ein Wert um die 30 so produzierter LP's dieser Art dürfte jedoch realistisch erscheinen, eher etwas mehr. Das Hauptstandbein zur Unkostendeckung waren jedoch die Einnahmen aus instrumentaler Film - Hintergrundmusik, Hintergrundmusik für Werbung und Muzak, also Hintergrundmusik für die Berieselung von Kaufhäusern, Flughäfen u.s.w. Ohne einen solchen finanziellen Hintergrund wäre ein Überleben von EHZZ über immerhin 9 Jahre bei einem doch derartig aufwändigen, wenn auch alten, Studiobetrieb nicht möglich gewesen.
Die als offizielle EHZZ - Titel veröffentlichten Stücke, die von anderen Komponisten übernommen wurden, wie z.B. einige Beatles - Titel oder auch mehrere lateinamerikanische Titel, waren von EHZZ in aller Regel soweit überarbeitet worden, dass man hier keinesfalls mehr von Coverversionen sprechen kann, sondern eher von einem völlig eigenständigen, neuen Titel, der vom Originalvorbild inspiriert wurde. Einzige Ausnahmen bilden hierbei vielleicht die beiden Stücke "I Am The Walrus" als "Zigeunerswing" sowie die zweite Fassung von "Besame Mucho" als rein akustische Gitarrenrumba, während die erste Version davon eine total verrockte Popversion war, die sicherlich gerade heute sehr gute Chancen hätte, einen der vorderen Plätze innerhalb von Latinrock - Charts einzunehmen und in einschlägigen Discos auf- und abgespielt zu werden. Damals war diese letztgenannte Musik jedoch ihrer Zeit zu weit voraus, aber in der Form eigentlich nicht unbedingt typisch für EHZZ.

Cover Bonn 'a GogoFrontseite der ersten Ehzz - Cassette
Coverfront der Titelsammlung "Bonn 'a Gogo" von 1980. Neben dem eigentlichen Titelstück befanden sich noch vier weitere Stücke auf dieser Cassettenausgabe. Es war insgesamt ein wenig so gedacht, dass mit diesem Album die damals beliebte Welle der so genannten "Party - Alben" auf die Schippe genommen wurde. Peppig arrangiert, teils swinglastig, aber immer mit dem bekannten EHZZ - Aufschlag, wo irgendwelche kleinen musikalischen  "Schweinereien" und Späße mit eingebaut wurden. Das Introstück hingegen ist im Stil der frühen James Brown - Soul / R&B - Titel angelegt. Die Titel dieses Albums sind in der Discografie nicht einzeln aufgeführt. Minimalistisch gestaltetes Frontcover der ersten EHZZ - Cassette überhaupt. Sie enthielt das Titelstück "Kunstkopf" von 1976 und insgesamt sechs Varianten bzw. Bearbeitungszustände des Titels "Take 51", ebenfalls aus dem Jahr 1976, der eigentlich nie veröffentlicht werden sollte, weil er nie wirklich ganz fertig gestellt wurde. Deshalb auch das Unendlich - Zeichen (liegende 8)
hinter der Take - Bezeichnung. Die Karikaturen stammen von Jackomo Schneider und sollten einige durcheinander gewirbelte Köpfe der Mitwirkenden dieser Aufnahmen darstellen, was aber, Dank der früheren Geheimniskrämerei, nicht
dazu geschrieben wurde.

EHZZ im Ausland?

EHZZ hat, soweit bekannt, mit einigen niederländischen und belgischen Bands über einen kurzen Zeitraum Co-Produktionen gemacht, die meist auf ausdrücklichen Wunsch Jackomo Schneiders ohne Hinweis auf EHZZ nur unter dem Namen der jeweiligen Band veröffentlicht wurden. Soweit bekannt ist, waren das wahrscheinlich Produktionen mit der Peter Smurfen - Band und der Jo Lemaire - Band. Des weiteren gab es durch Gitta Cordes, die gebürtig aus Schweden stammt und dorthin auch noch gute Beziehungen unterhielt, enge Kontakte zu einem schwedischen Tonstudio, ob es aber eine direkte Zusammenarbeit in dieser Richtung gab, ist heute nicht mehr bekannt, somit eher unwahrscheinlich. 

Weitere Infos folgen......

Cover NebelschwadenEHZZ - Cassette Ich will nicht tanzen !
oben: Covervorderseite der Single - Cassette "Nebelschwaden" aus dem Jahr 1979. Auf der B - Seite war der Titel "Langweiliger Sonntag ?" aus dem gleichen Jahr. Neben Bäumen und Sträuchern wabert im Nebeldunst bei genauer Betrachtung ein überdimensionales Frauengesicht, es ist mehr nur erahnbar. Es zeigt übrigens Helga Baumann, die den Titelsong auch komponiert hat. Auch das wurde, wie bei EHZZ seinerzeit üblich, nicht dazu geschrieben.
Der Titel "Nebelschwaden" ist eine ruhige Jazzrockballade ohne jeglichen Text. Der Titel "Langweiliger Sonntag ?", komponiert von Agathe Bogen, ist auch frei von jeglichem Text und sehr stark "orchestral - blechlastig" , was bei EHZZ eigentlich selten vorkam. Es ist ein Stück, was anfangs in leicht langweiliger "Beinahe - Jagdbläsermusik" der 60er Jahre angelegt ist, die aber dann durch die teils sich verändernde Spielweise, jazzige Einlagen und eine Art "musikalischen Aufruhr" aufgemischt wird und interessante Akzente erhält.
oben: Coverfront der Single - Cassette "Ich will nicht tanzen !" von 1981. Der von Helga Baumann komponierte Titel, der ein etwas ungewöhnliches Gemisch aus Avantgarde - Freejazz mit swingähnlichen Passagen dazwischen sowie recht ungleichmässigen Taktfolgen darstellt, um dann ab und zu in einen fast süsslichen jazzballadenhaften Stil zu wechseln, ist mit einer Spieldauer von 17 Minuten einer der längeren EHZZ - Titel. Es gab auch eine Kurzversion, die mit rund 4 Minuten auskommt, bei der aber wesentliche Bestandteile fehlen. Auf der B - Seite war der von Peter Schuberth komponierte Titel "Cricket Ska", der, wie der Name schon sagt, musikalisch ein Ska - Titel ist, wie er im Buche steht. Da die B - Seite mit dem knapp dreiminütigen Ska - Titel nicht annähernd "voll" zu kriegen war, fand man hier die oben erwähnte vier Minuten Kurzversion von "Ich will nicht tanzen !" sowie einige Kostproben von anderen Titeln und abschließend eine Art Satire - Kurzhörspiel. Alle diese Zugaben auf der B - Seite waren weder auf der Cassette noch auf dem Coverblatt vermerkt.

EHZZ  - Cassetten


Hier noch einige eher technische Anmerkungen zu den EHZZ - Cassetten:
Es gab Cassetten von EHZZ auf der Basis von normalem Ferro - Bandmaterial (normales Tonband - Material), was besonders häufig bei den Ausgaben der ersten drei Jahrgänge (1976 - 79) verwendet wurde. Nachteil dieses Bandmaterials war die geringere Fähigkeit Höhen (also hohe Frequenzen) aufzuzeichnen sowie das höhere Band - Eigenrauschen. Hinzu kamen bei manchen billigeren Ausführungen, dass sie bei Alterung durch Selbstentmagnetisierung nach Jahren noch mehr an Höhenbrillianz verloren. Das vorwiegend bei EHZZ verwendete Bandmaterial war unterdessen Chromdioxyd - Material, welches in der Höhenaufzeichnung wesentlich besser war. Dieses Bandmaterial war allerdings damals im Einkaufspreis der leeren Rohcassetten auch deutlich teurer. Hier war seinerzeit ein Angebot des US - Herstellers Ampex (gehörte zum DuPont - Konzern) verlockend, diese boten Cassetten mit hochwertigem Chromdioxyd - Bandmaterial zu Einkaufspreisen an, für die man von den namhaften deutschen Herstellern noch nichtmal normale Ferro - Cassetten bekam, sofern man mindestens 100 Stück als Posten abnahm. So wurden diese Cassetten fast schon zum EHZZ - Standardmaterial. Leider ließ bei einem gewissen Prozentsatz dieser Cassetten die mechanische Verarbeitungsqualität der Cassettenmechanik und der Gehäuse zu wünschen übrig, was z.B. zum Verklemmen der Bandwickel führen konnte. Diese Probleme gab es bei den Cassetten, die auf Basis von BASF-, Agfa- oder Philips - Produkten hergestellt wurden, so gut wie überhaupt nicht. Ab ca. 1983 wurden daher vorwiegend Chromdioxyd - Cassetten auf BASF - Basis verwendet. Bezogen auf die gesamte "EHZZ - Zeit" kann man ungefähr sagen, dass etwa 60 % aller Cassetten als Ausgangsmaterial die erwähnten Ampex - Produkte ausmachten, rund 25 % dürften auf verschiedenen Ferro - und Chromdioxyd - Sorten von BASF entstanden sein, weitere 10 % auf Agfa - Material (meist Chromdioxyd) und der Rest teilte sich auf, etwa in 4 % in Philips - Produkte und 1 % diverses Ausgangmaterial eher unbekannter Hersteller.


rechts: Fast schon übliches Erscheinungsbild der EHZZ-Cassetten. Rund 60 % der Cassetten kamen in diesem "Outfit" daher. Hier am Beispiel der Cassette Nach-Denklich aus dem Jahr 1978, Blick auf die Seite 2 mit den Titeln Klehzzik, Part 1 - 7 und Dipol - Bolero. Das eigentliche Titelstück Nach - Denklich war auf Seite 1. Diese Cassetten-Sorte war mit Chromdioxyd - Bandmaterial der amerikanischen Firma DuPont - Ampex bestückt, welches eine relativ brillante Höhenwiedergabe erlaubte. EHZZ - Cassette
rechts: Erscheinungsbild einer EHZZ - Cassette auf der Basis von BASF - Bandmaterial. Hier eine Ausführung mit normalem Ferro - Bandmaterial (nicht zu verwechseln mit Ferrochrom - Bandmaterial). Hier ist Seite 2 der Cassette "B 9" von 1979 zu sehen (Titel u.a.  Middaymist, Post von der Post, Freier Flug und Minibeat). In der Wiedergabe von hohen Frequenzen war dieses Bandmaterial nicht so leistungsfähig wie das Chromdioxid - Bandmaterial, dafür waren diese BASF - Cassetten mechanisch wesentlich stabiler, besser verarbeitet und langlebiger, als obige Ampex - Cassetten. EHZZ - Cassette auf BASF - Basis
rechts: Übliche Aufmachung einer EHZZ - Cassette auf der Basis von BASF - Chromdioxid - Bandmaterial in der Ausführung, wie sie etwa bis 1983 verwendet wurde. Hier eine Ausgabe der Cassette "Rio Grande - Chachacha" von 1980.EHZZ - Cassette, BASF - Ausführung Chromdioxid, älter
rechts: Ab 1984 änderte sich die Aufmachung der EHZZ - Cassetten auf der Basis von BASF - Chromdioxid - Bandmaterial in der hier sichtbaren Art am Beispiel des Titels "Der Mitternachtsgeiger". Das Bandmaterial war weiter verbessert worden und noch "höhentauglicher" geworden, zudem war im Inneren eine Spezialmechanik mit einer Art Klappgreifern verbaut, die Wickelprobleme nahezu gänzlich verhinderte, auch war die gesamte Ausführung stabiler und höherwertiger geworden. EHZZ - Cassette, BASF - Ausführung Chromdioxid, neuer, ab 1984
rechts: In gewisser Weise eine Rarität, weil erstens (soweit bekannt) die erste Single - Cassette weltweit, die auf jeder Seite jeweils nur einen einzigen Titel enthielt und zweitens eine normale Ferro - Cassette mit Agfa - Bandmaterial. Bei der Cassette aus dem Jahr 1976 fand sich auf der A - Seite der Titel "Verrückte" und auf der B - Seite "Naroptica" Part 1 + 2.EHZZ - Cassette mit normalem Agfa - Ferroband
rechts: Auch recht selten: EHZZ - Cassette auf der Basis von Philips - Bandmaterial, hier eine Chromdioxid - Ausführung aus dem Jahr 1982 vom Titel Abflug / Endlich Urlaub. Weitere Titel auf diesem 6 - Titel - Album waren eine gekürzte Fassung von Casablanca in Aspik, Fragile sowie auf der B - Seite Dry Boogie, (K)alte Platte Part 4 und JazzXMAS.EHZZ - Cassette auf Philips - Chromdioxid - Basis
rechts: Hier ein so genannter "Hit-Mix", bei dem EHZZ u.a. bekannte Filmmelodien von anderen Komponisten, ergänzt um einige eigene Werke, einspielte. Diese Cassetten, die von einem größeren Hersteller solcher "Hit-Sampler" aufgelegt wurden und bei denen die Beschriftung direkt auf das Gehäuse gedruckt wurde, waren u.a. zu günstigen Preisen in den Plattenabteilungen versch. Kaufhäuser erhältlich. Als Interpret wurde bei diesen Produktionen oft einfach, wie hier "Die Studioband" aufgedruckt. Die Titel solcher  EHZZ-Cassetten werden wir hier nicht als MP3-Hörbeispiel bringen, weil sie den Verwertungsrechten der GEMA unterliegen.EHZZ - Cassette - Hitmix



Es sind alte Schallplatten aufgetaucht 

Etwas mysteriös - die Hintergründe bedürfen noch einiger Klärung. Zunächst einmal vielen Dank an Cornelia aus dem Raum Hamburg. Sie hat zwei Single - Schallplatten von Ehzz aus einem riesigen Schallplatten - Fundus, der aufgelöst wurde, ausgraben können. Wie konnte das kommen? Damals, Ende der 70iger Jahre, führte Barbara Markay mal Verhandlungen mit einigen Phonofirmen, bezüglich der Veröffentlichung von einigen Titeln auf Schallplatte. Es wurden wohl auch Masterbänder überbracht, jedoch war hier bislang nichts von einer tatsächlichen Umsetzung dieses Projektes bekannt. Wie gesagt, es wird noch genauer geklärt, was es mit diesen Platten auf sich hat.


Casablanca in Aspik - Schallplatte
Meer (La Mer) - Schallplatte

oben: sind sie die einzigen Platten von Ehzz oder gab es doch noch mehrere Titel ?
Je mehr man nachforscht, um so größer wird die Verwirrung.
Auf den beiden Platten sind die Titel

1) "Casablanca in Aspik" (A-Seite) / "Ya Ya" und "Nylonturkey" (B-Seite) sowie
2) "Meer" (La - Mer - Version als Gypsy - Swingrumba) (A-Seite) / Trapez (B-Seite)

Etwas ungewöhnlich ist dabei zudem, dass die B - Seite von Platte 1 nicht als Single, sondern wie sich heraus stellte als EP mit zwei Titeln angelegt ist, wobei hier die Aneinanderfügung der beiden Titel fast nahtlos erfolgt, die Schneidung also trotzdem im Schema einer Single erfolgte.

Vielen Dank an Cornelia für die Übermittlung der Fotos und der zugehörigen MP 3 - Dateien, die demnächst als kurzer Anspieler hier veröffentlicht werden, sofern sich zuvor urheberrechtliche Fragen abkären lassen.



Cover Du kleines Ferkel !EHZZ - Cassette Kolonie 11
oben:
Coverfront der Cassetten - Single "Du kleines Ferkel ! " von 1977. Auf der B - Seite war der Titel "Der Edelmann" aus dem gleichen Jahr. Diese Cassette dürfte in recht geringen Stückzahlen (ca. 40) hergestellt worden sein.
oben:
Deckblatt der EP - Cassette "Kolonie 11" aus dem Jahr 1978. Neben dem Titelstück, welches von Helga Baumann und Jackomo Schneider gemeinsam komponiert worden war, fanden sich hierauf zudem die Titel Zickzack, A-Tonal Part 8 und Derivat 637. Etwa um die 100 Stück wurden von der Cassette aufgelegt.
EHZZ - Cassette Abgetaucht
EHZZ - Cassette Sonnentreppe
oben:
Frontseite des EHZZ - Albums "Abgetaucht", welches bereits 1977 produziert wurde. Insgesamt gab es hierauf 5 Titel, und zwar: Seifenkopf, Naroptica Teil 3, Wir werden, und Nightchurch. Viele der Titel waren bereits im Entstehungsjahr 1976 aufgenommen worden.
oben:
Coverfront der Single - Cassette "Sonnentreppe" aus dem Jahr 1978. Auf der B - Seite befand sich eine anders abgemischte Version von Semaphore. Übrigens der Titel Sonnentreppe gefiel, außer Jackomo Schneider, den anderen Ehzzern überhaupt nicht, aber soviel Toleranz war üblich, dass man auch durchaus ernsthaft Titel produzieren konnte, die einem weniger oder gar nicht zusagten.

EHZZ - Cassette Abgeschaltet !EHZZ - Cassette Heißer Sommertag
oben:
Cover - Deckblatt der Cassette "Abgeschaltet !" aus dem Jahr 1977. Es war ein Kurzalbum, welches hauptsächlich als Hörbeispiel auf Anfrage von Interessenten erstellt worden war. Es gab auf dem Album nur ein einziges Stück, welches in voller Länge enthalten war, eben das Titelstück "Abgeschaltet !", weitere 6 Titel gab es in stark gekürzten Versionen. Gemeinsam war allen Titeln, dass sie in der zweiten Jahreshälfte 1977 produziert worden waren. In Kurzversionen gab es folgende Titel: "Gizzo ! / Es sah aus wie ein Mord / Empty Pocket Blues / Wortgefecht / Jakuzztik und Zukunft ohne Vergangenheit". Der Haupttitel "Abgeschaltet !" war von Helga Baumann und Michael Keller komponiert worden.
oben: von 1984 stammen alle Titel des kleinen Albums "Heißer Sommertag". Der Haupttitel "Heißer Sommertag" ist einer der wenigen Titel, die von Klara Kreutz komponiert wurden. Es ist eine Art Reggae-Jazzrockmischung, die aber so gestaltet ist, dass man ihr förmlich die Hitze eines Sommertages anmerkt, in der alles irgendwie im Flimmern der Wärme verschwimmt und zu diffus- gleissendem Gesamtbild verschmilzt. Dieser Haupttitel ist zugleich auch das einzige Stück, welches es ausschließlich nur auf diesem Album gab, alle anderen Titel fanden sich zusätzlich auf mehreren verschiedenen anderen Alben wieder. Alle Titel des Albums fanden sich auf beiden Seiten der Cassette, da man gerade reichlich Rohcassetten mit entsprechender Spielzeit vorrätig hatte und nicht extra Kurzcassetten zukaufen wollte.


Geplante CD - Projekte als Rückblick ?

Seit längerem gibt es Überlegungen, eine Auswahl von alten EHZZ - Titeln auf einer oder mehreren CD's heraus zu bringen. Nachdem viel Material in den letzten Jahren zusammen getragen und gesichtet / gehört wurde, war schon mal angedacht, Ende 2012 eine solche CD in kleiner Stückzahl aufzulegen und zum Selbstkostenpreis zu vertreiben. Weiterhin gibt es im Ansatz Bemühungen, eine Auswahl alter Titel von EHZZ / EMP mit verbesserten Methoden noch mal neu zu produzieren. Bei den Titeln, die von Michael Keller komponiert worden waren, wäre das vielleicht innerhalb der nächsten paar Jahre möglich, da er alle Rechte an diesen Titeln besitzt. Dies beträfe jedoch leider etliche der besonders experimentalen Stücke der Anfangszeit nicht, da gerade von diesen experimentalen Titeln der Anfangsjahre oft die Rechte bei Jackomo Schneider liegen, der bislang neue Veröffentlichungen auf Tonträgern strikt ablehnt. Hiervon ausgenommen sind ausdrücklich Hörbeispiele als MP3 - Fassungen im Rahmen dieser Seite hier, sofern sie mindestens um 30 % (bezogen auf die Gesamtspieldauer) gekürzt sind oder wenn anstelle der Endversion eine Probeversion veröffentlicht wird, die in Teilen noch von der Endversion abweicht. Also alles etwas kompliziert. Wann diese CD - Vorhaben in die Tat umgesetzt werden können, steht leider noch in den Sternen. Wie es heute aussieht, könnte sich das noch bis etwa Ende 2016 hinziehen.
Im Jahr 2012 erschien unterdessen eine CD - Box mit 5 CD's unter dem Titel RETRO - MIX Vol 01, die zahlreiche Oldie - Titel aus den Sparten Jazz, Filmmusik, Latin, Rock, Rock'n'Roll und Beat aus der Zeitspanne von 1950 bis 1990 enthält. Verteilt auf 5 CDs gibt es darauf insgesamt 150 Titel. Unter diesen 150 Titeln befinden sich auch immerhin sieben Titel von EHZZ. Es gab davon auch eine MP3 - CD, die alle 150 Titel auf einer einzigen CD beinhaltete, aber dann eben im MP3 - Format. Das war für die Handhabung bequemer, als mit fünf Einzel - CD's zu jonglieren und bei der Klangqualität der meisten Oldies dürfte die MP3 - Komprimierung (im 128 KB -  Format) in dem speziellen Fall keine zusätzlichen nennenswerten Klang - Einbußen mit sich bringen, da viele der Titel alten Bändern entstammten, die klanglich ohnehin nicht mehr gerade vom Allerfeinsten waren. Diese wurden vorher zum Teil noch leicht restauriert. Dabei wurden auch zahlreiche Oldie - Titel (besonders aus den 50iger und frühen 60iger Jahren), die nur als Mono - Version vorlagen, nachträglich in "Raumklang - Stereo" - Versionen umgearbeitet, was bei einigen Titeln ein ganz neues Klangerlebnis mit sich bringt.
Um Mißverständnisse zu vermeiden: diese RETRO - MIX 01 - CD war keine EHZZ - CD, die von ehemaligen EHZZ - Leuten erstellt wurde, sondern eine Fremdproduktion eines Spezialisten für "Oldie - Titel" und von 150 Titeln insgesamt stammten 7 Titel von EHZZ. Diese CD wurde zunächst in einer limitierten Stückzahl von 300 Stück hergestellt, die binnen weniger Wochen von der Vertriebsgesellschaft europaweit, und davon vorwiegend in Benelux, abgesetzt wurden. Sie ist derzeit nicht mehr zu haben, weil schon längst abverkauft. Möglicherweise, wird es in absehbarer Zeit noch einen Nachschlag von etwa 300 - 500 Stück geben, wann genau ist hier jedoch nicht bekannt.
Auf dieser CD befinden sich die genannten 7 EHZZ - Titel in der eher ungewohnt guten Gesellschaft von  zahlreichen Kompositionen namhafter Größen, wie den Beatles, John Barry, Nino Rota, Count Basie, Peter Thomas, Gilbert Becaud, Heinz Funk, Udo Jürgens, Carlos Jobim, Lionel Bart, Esther & Abi Ofarim, George Gershwin, Jay Livingstone, Salvatore Adamo, F. Cramer, Alexandra, Jacques Brel, Frederick Loewe; aber auch weitere Titel zahlreicher anderer, eher unbekannter Komponisten, somit ein ungewöhnlicher Mix. Also kann man ohne Selbstentwertung sagen, dass die EHZZ - Titel das Programm eher nach unten abrunden.